Selbstliebe

Nach Erich Fromm (1956, Die Kunst des Liebens) sind Selbstliebe und Liebe nicht voneinander zu trennen. Die Liebe ist eine Kunst. Es ist kein Gefühl, dem man sich einfach so hingeben kann. Liebe ist eine Fähigkeit, die man aktiv lernen muss. Es ist in erster Linie ein GEBEN. Es geht nicht darum, alles dafür zu tun, um geliebt zu werden. Es geht darum, selbst zu lieben und lieben zu lernen. 

 

Selbstliebe ist das "Bestreben, das Wachstum, das Glück und die Freiheit der geliebten Person zu fördern“ und gleichzeitig die „Bejahung des eigenen Lebens, des eigenen Glücks und Wachstums und der eigenen Freiheit“ (ebd., S. 99, Ausgabe 2019).

 

So wie man die Liebe nicht von der Selbstliebe trennen kann, so kann man die Selbstliebe auch nicht allein erlangen. Der Mensch, der frei von Liebesfähigkeit ist, braucht einen anderen Menschen, der die Liebe, die er nicht kennt oder verlernt hat, wieder in ihm erweckt. Er braucht jemanden, von dem er Liebe empfangen und "lernen" kann, um somit auch die Liebe zu sich selbst wiederzuerwecken.

 

Selbstliebe aufzubauen braucht das Wissen darüber, wie es geht (die Theorie), die Praxis (das Üben und Anwenden) und damit verbunden eine liebende Person, die mit Achtung, Wertschätzung und den Glauben an das Gute, neue Erfahrungshorizonte und Möglichkeiten eröffnet.

 

Wenn ich die Fähigkeit zur Selbstliebe erlangt habe, dann kann ich mich annehmen, wie ich bin und mich mit Fürsorge, Verantwortungsgefühl und Objektivität um meine Bedürfnisse, mein Wachstum und mein Glück kümmern.